Arrival Duty Free an Schweizer Flughäfen

Der Bundesrat hat am 20. April 2011 beschlossen, das Bundesgesetz über den Einkauf von Waren in Zollfreiläden auf Flughäfen per 1. Juni 2011 in Kraft zu setzen. Somit stehen Duty-free-Shops in den Schweizer Flughäfen künftig auch aus dem Ausland ankommenden Passagieren offen. Aufgrund der zu erwartenden Verlagerung der Einkäufe vom Ausland in die Schweiz wird mit zusätzlichen Arbeitsstellen und Mehrerträgen in den Zollfreiläden gerechnet werden. SIAA hat sich für die Errichtung von Arrival Duty Free Verkaufsstellen ausgesprochen.Das Bundesgesetz über den Einkauf von Waren in Zollfreiläden auf Flughäfen wurde aufgrund der am 11. Mai 2006 von Nationalrat Hans Kaufmann eingereichten Motion 06.3211 (Duty-free-Einkauf bei Rückkehr aus dem Ausland) erarbeitet.

Arrival Duty Free ist wirtschaftlich sinnvoll und generiert neue Arbeitsplätze

Der Einkauf von abgabenfreien Waren ist, wie beispielsweise erfolgreich auf den Flughäfen Oslo (Norwegen) und Reykjavik (Island) praktiziert, auch für die Schweiz volkswirtschaftlich sinnvoll. Einkäufe, die derzeit noch vor dem Abflug im Ausland getätigt werden, können in die Schweiz verlagert werden. Nach Einführung des neuen Gesetzes können in der Schweiz 60 - 80 neue Arbeitsplätze in den Bereichen Verkauf, Logistik und Administration geschaffen und Mehrerträge in Höhe von CHF 50 bis 60 Mio. pro Jahr generiert werden.

Wirtschafts- und Tourismusstandort Schweiz wird gestärkt

Der Wirtschafts- und Tourismusstandort Schweiz wird durch das neue, attraktive Angebot für aus dem Ausland ankommende Passagiere weiter gestärkt. Passagiere müssen die zoll-freien Waren nicht bereits beim Abflug einkaufen, durch die aufwändigen Sicherheits-kontrollen bringen und mit sich tragen.

Keine Steigerung des Alkohol- und Tabakwarenkonsums

Die bestehenden Freimengen für die Einfuhr von Alkohol und Tabak in die Schweiz bleiben unverändert. Daher bietet Arrival Duty Free keine Möglichkeit, grössere Mengen an Alkohol- und Tabakwaren einzukaufen und in die Schweiz einzuführen. Durch geeignete Massnahmen der verantwortlichen Sektionen der Eidgenössischen Zollverwaltung wird sichergestellt, dass nur einkaufsberechtigte Personen abgabenfrei einkaufen dürfen. Die Schweiz hat die WHO-Rahmenkonvention zur Eindämmung des Tabakgebrauchs unterzeichnet, jedoch noch nicht ratifiziert, da betreffend Zusatzprotokoll noch keine Einigung erzielt wurde. Die Schweiz sieht sich daher nicht an die WHO-Konvention gebunden.

Arrival Duty Free mit EU-Recht vereinbar

Auch wenn die EU das Arrival Duty Free nicht kennt, gibt es kein Abkommen zwischen der Schweiz und der EU, mit dem sich der abgabenfreie Einkauf von Waren bei der Ankunft aus dem Zollausland nicht vereinbaren lässt. Die beiden EFTA-Staaten Norwegen und Island betreiben bereits erfolgreich Arrival Duty Free Shops. Für die Schweiz, ebenfalls EFTA-Mitglied, müssen die gleichen Rahmenbedingungen gelten.

Die bestehenden Zollfreiläden tragen zur Wertschöpfung bei

Die bestehenden Duty Free Shops auf den Schweizer Flughäfen tragen zur Wertschöpfung in der Schweiz bei. Auf den Schweizer Flughäfen hängen 124 direkte und 30 indirekte Arbeitsplätze vom Verkauf abgabenfreier Waren an ins Ausland reisende Passagiere ab. 30 bis 40% des Umsatzes werden mit Tabak- und Alkoholwaren generiert, 60 bis 70% mit anderen Waren, wie Parfüm oder Kosmetik.