Flughäfen investieren Millionenbeträge in den Schallschutz

Die Luftfahrt ist für die Schweizer Bevölkerung und Wirtschaft zentral. Durch ein dichtes Netz an Flügen in die wichtigsten Metropolen der Welt wird die internationale Anbindung der Schweiz gesichert. Dies führt im Umkreis von Flughäfen zu Lärmimmissionen. Um die Anwohner vor übermässigem Fluglärm zu schützen, investieren die Flughäfen und Fluggesellschaften erhebliche finanzielle Mittel in Lärmschutzmassnahmen.

Weniger Lärm durch innovative Flugzeugtechnologien

Der wichtigste Ansatz ist die Reduktion des Lärms an der Quelle (aktiver Lärmschutz). Dies geschieht durch den Einsatz moderner und lärmgünstiger Flugzeugtechnologien. Jede neue Flugzeuggeneration trägt somit zur Senkung der Lärmemissionen bei. So erneuert beispielsweise SWISS International Air Lines 2018, die am Flughafen Zürich einen Hub betreibt, ihre Europaflotte, indem sie die lärmgünstigen und energieeffizienten Bombardier C Series einsetzt. Ab 2019 soll auch der lärmgünstigere Airbus A320neo den bestehenden Airbus A320 ersetzen. Mit dieser neuen Flugzeuggeneration sinken die Lärm- und Schadstoffemissionen deutlich. Auch EasyJet Switzerland plant, den A320neo einzuführen.

Flughäfen schaffen Anreiz durch lärmabhängige Gebührenmodelle

Mit der Erhebung von lärmabhängigen Landegebühren durch die Schweizer Flughäfen werden Anreize geschaffen, auf den Verbindungen von der und in die Schweiz möglichst lärmgünstige Flugzeuge einzusetzen. Um diese Anreize in den sensiblen Nachtstunden zu verstärken, erheben die Landesflughäfen zusätzlich Nachtlärmgebühren. Sämtliche Einnahmen aus den Lärmgebühren sind zweckgebunden und werden zielgerichtet für Massnahmen verwendet, welche im Zusammenhang mit dem Schutz der Bevölkerung vor übermässigem Fluglärm stehen.

Flughäfen investieren in Schallschutzmassnahmen

Durch die Kombination dieser Massnahmen konnte die Lärmbelastung deutlich gesenkt werden, dies trotz einer erheblichen Zunahme an Flugbewegungen. In Gebieten, in welchen die Lärmimmissionsgrenzwerte überschritten werden, realisiert die Flughafen Zürich AG seit dem Jahr 2000 den Einbau von Schallschutzfenstern in lärmempfindlichen Räumen und entrichtet Rückerstattungen für bereits durch die Eigentümer eingebaute Schallschutzfenster. Die Flughafen Zürich AG investierte bisher insgesamt 220 Millionen Franken in den passiven Schallschutz. Insgesamt werden am Flughafen Zürich rund 340 Millionen Franken in passive Schallschutzmassnahmen einfliessen. Genève Aéroport hat seit 2005 54 Millionen Franken in den Schallschutz investiert, weitere 87 Millionen folgen in den kommenden Jahren. Der vom EuroAirport Basel-Mulhouse ausgehende Lärm überschreitet heute in der Schweiz nicht die Immissionsgrenzwerte. Daher ist er auch nicht zu Schallschutzmassnahmen verpflichtet. Dennoch hat er seine Bereitschaft gezeigt, im Einzelfall entsprechende Massnahmen finanziell zu unterstützen.

Gleichbehandlung der Verkehrsträger beim Lärmschutz

Die Lärmgrenzwerte für die Luftfahrt sind im Umweltschutzgesetz (USG) geregelt und in der Lärmschutzverordnung (LSV) konkretisiert. Die LSV gilt auch für Strasse und Schiene. Für diese beiden Verkehrsträger gelten jedoch teilweise weniger strenge Grenzwerte. So gilt beispielsweise die Bemessung des äquivalenten Dauerschallpegels auf eine Stunde – der sogenannte 1-h-LEQ – während der Nachtstunden nur für die Luftfahrt.

Fazit

  • Die Verringerung des Lärms an der Quelle hat oberste Priorität: Die Fluggesellschaften investieren massiv in lärmgünstigere Flugzeuge.
  • Durch die Erhebung lärmabhängiger Landegebühren setzen die Flughäfen Anreize für den Einsatz lärmgünstiger Flugzeuge.
  • Die Schweizer Flughäfen investieren Beträge in dreistelliger Millionenhöhe in Schallschutzmassnahmen.
  • Bei der Festsetzung von Lärmgrenzwerten sind die Verkehrsträger gleich zu behandeln. Die Luftfahrt darf nicht benachteiligt werden.
  • Der Sachplan Infrastruktur (SIL) des Bundes und die Richtplanung der Kantone müssen aufeinander abgestimmt werden und damit den Flughäfen eine nachfragegerechte Entwicklung ermöglichen.