Nachfragegerechte Entwicklung der Landesflughäfen sicherstellen

Die Flughäfen sichern gemeinsam mit den Fluggesellschaften die Luftverkehrsanbindung der Schweiz an die wichtigsten Metropolen der Welt. Aufgrund ihrer hohen Aussenhandelsorientierung ist die Schweizer Volkswirtschaft auch in Zukunft an diese gute Anbindung angewiesen. Damit sich die bereits heute in den Spitzenzeiten bestehenden Kapazitätsengpässe an den Landesflughäfen Zürich und Genf nicht verschärfen, müssen sich die Flughäfen nachfragegerecht weiterentwickeln dürfen.

Bereits heute Kapazitätsengpässe an den Landesflughäfen

Während die Nachfrage nach Flügen kontinuierlich zunahm, sind die Pistensysteme der Landesflughäfen seit rund 40 Jahren unverändert. Deshalb stossen die Flughäfen Zürich und Genf bereits heute in den Spitzenzeiten an ihre Kapazitätsgrenzen. Die Engpässe werden sich erheblich verschärfen, wenn die beiden Landesflughäfen sich nicht entsprechend der Nachfrageprognose entwickeln können. Der Bundesrat zeigt in seinem aktuellen Luftfahrtpolitischen Bericht klar auf, dass diese Engpässe die Luftverkehrsanbindung der Schweiz erheblich beeinträchtigen können. Der Sachplan Infrastruktur Luftfahrt (SIL) – das Planungs- und Koordinationsinstrument des Bundes für die zivile Luftfahrt – hat deshalb für die Weiterentwicklung der Landesflughäfen eine grosse Bedeutung.

SIL2 für den Flughafen Zürich löst nur aktuelle betriebliche Probleme

SIAA begrüsst die vom Bundesrat im SIL-Objektblatt für den Flughafen Zürich festgesetzten Massnahmen, welche die Komplexität des Flugbetriebs verringern, so zur Erhöhung der Sicherheitsmarge beitragen und die Verbesserung der Pünktlichkeit ermöglichen. Weitere Elemente erlauben, einen Teil der in den letzten Jahren aufgrund von verschärften Sicherheitsauflagen verloren gegangenen Kapazität wieder aufzuholen. SIAA spricht sich für die zeitnahe Umsetzung der Massnahmen aus.

Langfristige Nachfrage nach Flügen muss abgedeckt werden

Das vorliegende SIL-Objektblatt für den Flughafen Zürich fokussiert auf aktuelle betriebliche Herausforderungen. Die Funktion des SIL ist es jedoch, die langfristige raumplanerische Vorsorge abzubilden. SIAA bedauert deshalb, dass versäumt wurde, im Objektblatt die Rahmenbedingungen so festzusetzen, damit auch die langfristige Nachfrage nach Flügen und Luftfrachttransporten abgedeckt werden kann. Hierfür ist die Festsetzung einer Stundenkapazität von 80 Flugbewegungen in den Mittagsspitzen erforderlich.

Schweizer Flughäfen müssen wettbewerbsfähig bleiben

Der Bundesrat stellt im Luftfahrtpolitischen Bericht 2016 fest, dass vergleichbare Hubflughäfen in Europa durch entsprechende Infrastrukturerweiterungen ihre Kapazitäten sukzessive ausbauen und in Zukunft über weitaus höhere Stundenkapazitäten verfügen als das wichtigste Schweizer Luftverkehrsdrehkreuz, wenn nicht rechtzeitig entsprechende Weichenstellungen vorgenommen werden. Fluggesellschaften würden auf Flughäfen in Europa ausweichen, auf welchen sie attraktive Slots erhalten. Die Schweiz würde Wertschöpfung ans Ausland verlieren. Ihre Erreichbarkeit würde kontinuierlich abnehmen.

SIL für den Flughafen Genf muss nachfragegerechte Entwicklung sicherstellen

Auch der Flughafen Genf, der die Westschweiz an den globalen Luftverkehr anbindet, muss sich nachfragerecht entwickeln können. SIAA empfiehlt, die Lärmkurve im SIL-Objektblatt dahingehend festzusetzen, dass der Flughafen Genf seine Infrastrukturen nachfragegerecht weiterentwickeln kann.

Der EuroAirport muss sich gemäss bestehendem SIL entwickeln können

Der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg verfügt seit 2013 über einen SIL, der die planungsrechtlichen Vorgaben für die Entwicklung in der Schweiz festlegt. Der dritte Landesflughafen hat noch entsprechende Kapazitäten, weshalb eine nachfragegerechte Entwicklung raumplanerisch möglich ist. Als schnellst wachsende Wirtschaftsregion der Schweiz ist die Nordwestschweiz auf einen leistungsfähigen Flughafen angewiesen.

Fazit

  • Die bereits heute in den Spitzenzeiten bestehenden Kapazitätsengpässe an den Landesflughäfen Zürich und Genf werden sich erheblich verschärfen, wenn die Flughäfen ihre Infrastrukturen nicht nachfragegerecht weiterentwickeln dürfen.
  • Um auch in Zukunft die für die Schweizer Volkswirtschaft so wichtige Luftverkehrsanbindung zu sichern, muss im SIL-Objektblatt für den Flughafen Zürich eine Stundenkapazität von 80 Flügen in den Mittagsspitzen festgesetzt werden.
  • Im SIL-Objektblatt für den Flughafen Genf muss die Lärmkurve so festgesetzt werden, dass die Infrastrukturen nachfragegerecht erweitert werden können.
  • Der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg muss sich im Rahmen der im SIL-Objektblatt festgesetzten Rahmenbedingungen entwickeln können.
  • Vergleichbare Hubflughäfen in Europa bauen ihre Kapazitäten sukzessive weiter aus. Die Schweiz verliert an Wertschöpfung, wenn sie ihre Infrastrukturen nicht im gleichen Mass erweitern kann.